Kategorie: DEUTSCH

2026 – Ein Jahrgang wie aus dem Bilderbuch

Was für ein Jahr! Auf ein feuchtes Frühjahr folgte ein trockener und überaus sonniger Sommer.
Die Reben trieben früh aus und blühten bereits Ende Mai. Ab Mitte Juni sorgte das anhaltend heiße Wetter für eine rasche Entwicklung der Trauben und schließlich für eine ungewöhnlich frühe Reife.

Der ausgesprochen heiße Sommer – Erinnerungen an 2003 wurden wieder wach – erforderte allerdings eine Anpassung der Rebarbeiten an die sengende Hitze. Während unsere alten, tiefwurzelnden Reben mit den trockenen Bedingungen erstaunlich gut zurechtkamen, mussten wir die jungen Anlagen unterstützen. Wo der natürliche Wasservorrat nicht ausreichte, wurde bewässert, um die jungen Reben vor einem dauerhaften Trockenstress zu bewahren. Auch bei den jungen Ertragsanlagen mussten wir unterstützend eingreifen: Um die noch nicht vollständig entwickelten Rebstöcke zu entlasten, schnitten wir einen Teil der Trauben ab. Diese Ertragsregulierung (Vendange Verte) befähigte die Reben, die verbleibenden Trauben optimal zu versorgen, so dass sich eine bemerkenswerte Reife und Konzentration entwickeln konnte, obwohl die zu erwartende Erntemenge sich damit weiter verringerte.

Schon früh zeichnete sich für den Jahrgang 2026 ein außerordentlich früher Lesebeginn ab. Die Ernte startete in der ersten Septemberwoche, 14 Tage eher als im Schnitt des vergangenen Jahrzehnts. Mit dem Blick auf den Kalender war das wirklich ein Novum, aus der Rückschau des Jahresverlaufs betrachtet war dieser Zeitpunkt jedoch folgerichtig: Der Weinstock hatte seine Entwicklung einfach entsprechend früher begonnen und abgeschlossen.

Die trockene Witterung kam uns bis zuletzt und über den gesamten Lesezeitraum zugute. Die Trauben
zeigten einen geradezu prächtigen Gesundheitszustand. Fäulnis oder Bodentrauben waren kein Thema.Wir konnten mit unserer Lesemannschaft die einzelnen Parzellen entspannt und in Ruhe nach Reife und Qualität lesen und mussten keine hektischen Entscheidungen treffen – ein durchaus nicht üblicher Vorgang, zieht man die Witterungsunbillen der Natur in Betracht.

Was die Qualität des 2026er Jahrgangs betrifft, dürfen wir ins Schwärmen geraten! Die Trauben waren vollreif, aromatisch und ausgesprochen konzentriert. Sie hatten zudem eine für ein derart warmes und trockenes Jahr erstaunlich gute Fruchtsäure. Gerade diese Verbindung von hoher Reife, Konzentration und lebendiger Säure lässt sehr ausgewogene und langlebige Weine erwarten, die sich zudem durch Moselfrische und Eleganz auszeichnen werden. Ebenfalls gegeben waren die Voraussetzungen zur arbeitsintensiven Selektion edelsüßer Spezialitäten bis hin zur Trockenbeerenauslese.

Beim Blick zurück in die Geschichte der Moseljahrgänge finden sich Parallelen zum Jahrgang 1947,
dem Jahrhundertjahrgang 1959 sowie dem ihm ebenbürtigen Jahrgang 1976. Nach der Probe der ersten Jungweine in einigen Wochen wissen wir mehr.

Mit herzlichen Grüßen,

Dr. Dirk und Constantin Richter

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Erdener Treppchen

„Per aspera ad astra“, vielleicht nirgendwo versinnbildlicht diese Redewendung die Arbeit in den Weinbergen besser als im Erdener Treppchen. Eng an steile Felsen schmiegen sich hier die Weinberge und sind so steil, dass sie nur durch eine kleine, in den Berg getriebene, Treppe zu erreichen sind. Doch die Mühen werden belohnt. Der eisenhaltige, rote Schieferboden bringt rassige und sehr komplexe Weine hervor, die durch ihre intensive, fast würzige, Mineralität überzeugen. So führt der Weg zu den Sternen wahrlich über raue Pfade.

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Wehlener Sonnenuhr

Eingerahmtvon schroffen Felsen liegt die Sonnenuhr, der die umliegenden Weinberge ihren Namen verdanken. In diesem sehr steilen Weinberg dominiert der typische Blauschiefer der Moselhänge. Aufgrund seiner steinig, flachgründigen Natur ist dieser frisch verwitternde Tonschieferboden sehr gut durchlüftet und gibt den Reben optimale Wachstumsbedingungen. Die Ausrichtung der steilen Hänge liegt in süd-/südwestlicher Richtung. Diese Exposition begünstigt eine optimale Sonneneinstrahlung.
Die Wasserversorgung wird durch das bewaldete Plateau über den Weinbergen sichergestellt. Die Weine dieser Lage überzeugen durch ihren eleganten Charakter, bestehend aus einer Kombination von reifen gelben Früchten und einer kräftigen Mineralität.

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Graacher Dompropst und Himmelreich

Wie bei vielen anderen Weinlagen an der Mosel lässt sich auch in Graach der ursprüngliche Haupteigentümer der Weinberge an der Namensgebung erkennen. Bis zur Säkularisation des Kirchenbesitzes im Jahre 1803 befand sich ein Großteil der Gemarkung in Händen des Bischofs von Trier. So war der Zinsertrag der Weinberge aus dem Herzstück der Graacher Weinberge, dem besten Teil der Weinberge oder im Vergleich zum Burgund die „Grand Cru Lage“, für den Propst des Trierer Domes bestimmt, daher der Name „Dompropst“. Der Name „Himmelreich“ lässt sich auf die Verbindung von Kirche und der Hoffnung der Winzer auf „himmelsgleiche“ Tropfen zurückführen.
Der in südwestlicher Expostition gelegene Steilhang von Graach schließt sich direkt an die Wehlener Sonnenuhr an, hat jedoch einen erheblich tiefgründigeren und kräftigeren Boden. Obwohl auch hier Blauschiefer vorherrscht, sind die Graacher Weine oft kräftiger und breitschultriger als ihre Nachbarn. Dies liegt am vergleichsweise hohen Tonanteil und der damit verbunden alluvialen Stein- und Flußkiesel. Neben Zitrusnoten dominieren oft kräutrige, florale Noten, sowie komplexe Mineralität von Schiefer und Feuerstein

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Mülheimer Sonnenlay

Die Mülheimer Sonnenlay ist unsere Hauslage am ehemaligen Umlaufberg der Mosel, südlich von Mülheim gelegen. Der Name Sonnenlay setzt sich zusammen aus Sonne und Lay, dem moselfränkischen Wort für Schiefer. Damit wären auch schon die Hauptcharakteristika dieser Weinlage eingegrenzt; in westlicher Ausrichtung gelegen, verfügen die teilweise extrem steilen Weinberge über einen skelettreichen Schieferboden der durch den ehemaligen Flusslauf der Mosel mit Sand, Steinen und Lehm angereichert ist. Dieser Boden verbindet typische Schiefermineralität mit elegante Frucht.
Aus der Lage Mülheimer Sonnenlay stammen auch die Trauben für unseren Lagensekt. Die Weine aus der Mülheimer Sonnenlay wurden in den 1920er und 1930er Jahren in den luxuriösen Restaurants der Zeppeline auf ihren Atlantiküberquerungen serviert. Aufgrund dieser Tatsache werden heute noch Weine dieser Lage weltweit als „Zeppelinwein“ vermarktet, ausgestattet mit dem Orginaletikett aus den 1920er Jahren, das der Bauhauskünstler Hans Schlösser entworfen hat.

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Helenenkloster

Die knapp 1ha große Lage Mülheimer Helenenkloster befindet sich im Alleinbesitz unseres Weingutes. Die Ursprünge des Weinberges gehen auf ein mittelalterliches Kloster zurück, dessen Fundamente noch heute teilweise unter dem Weinberg liegen. Das Helenenkloster befindet sich auf einem Hügel am Ortsrand, von dem aus das ganze Moseltal überblickt werden kann. Genau an dieser Stelle begegnete unser Vorfahr Franz Ludwig Niessen im November 1813 dem geschlagenen Kaiser Napoleon I., der sich nach der Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig auf dem Rückzug über die Mosel in die Eifel-Ardennen befand. Durch eine Zahlung von 3000 Goldtalern bewahrte Niessen Mülheim und die Grafschaft Veldenz vor der Plünderung durch Napoleons verbliebenen Truppenresten. Der Weinberg selbst liegt in südwestlicher Ausrichtung und ist im Vergleich zu den Steilstlagen in Wehlen, Graach oder Brauneberg eher sanft ansteigend. Auch verfügt er über einen sehr tiefgründigen Schieferboden mit einem hohen Anteil an Lehm und Feinerde. Durch diesen Boden gedeihen hier besonders kräftige und ausdauernde Reben, die es uns ermöglichen, hier regelmäßig unseren Riesling Eiswein zu ernten, da die Trauben sehr lange gesund und widerstandsfähig bleiben.

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Brauneberger Juffer

Der Brauneberg gehört zu den bekanntesten Weinbergen der Mosel und genießt weltweiten Ruf. Der Name Juffer leitet sich von dem ehemaligen Besitz eines Nonnenklosters ab, das dort umfangreiche Besitzungen hatte. Die Einzellage Juffer-Sonnenuhr umfasst das Herzstück des Berges, wo inmitten von Felsen um eine Sonnenuhr herum die besten Parzellen liegen. Der Brauneberg mit einer Steigung von bis zu 80% liegt in südlicher Exposition parallel zum Flusslauf. Der Boden besteht aus blaugrauen Devonschiefer mit sehr hohem Steinanteil, sowie Einschlüssen von Eisenmineralien, die den Berg im Winter braun erscheinen lassen.
Daher der Name: Brauneberg. Der Besitzanteil unseres Weingutes im Brauneberg geht bis auf das Jahr 1643 zurück; durch einen Kaufvertrag vom 17. April 1643 ist der Erwerb einer Parzelle belegt. Die Weine des Braunebergs bestechen durch ihre Eleganz und die klar definierten Aromen von Zitrusfrüchten, weißen Pfirsichen und reifen gelben Früchten. Neben diesen opulenten Fruchtaromen sorgt der Eisenanteil im Boden für Würze und lebhafte Mineralität des Weines.

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Veldenzer Elisenberg

Der Veldenzer Elisenberg umfasst den Weinberg, der unserem Vorfahren Franz Ludwig Niessen, dem Großvater von Max Ferd. Richter, von der Bevölkerung der Grafschaft geschenkt wurde, nachdem dieser die Bedrohung durch Napoleon I. abwehren konnte. Benannt ist der Weinberg nach der früh verstorbenen Königin Luise von Preußen; aus Luisen‘s Weinberg wurde mit der Zeit Elisenberg. Der in süd-südwestlicher Exposition gelegene Weinberg verfügt über ein besonderes Mikroklima und einen einzigartigen Boden mit hohem Quarzitanteil, der zu einem ganz besonderen Weinstil beiträgt. In den Weinen aus dem Elisenberg dominieren Aromen von roten Beerenfrüchten, wie Himbeeren, Brombeeren und Schwarze Johannisbeeren und bilden zusammen mit der komplexen Säurestruktur sehr verspielte und langlebige Weine. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts genießen Weine aus dem Elisenberg hohes internationales Ansehen, und die Lage Elisenberg(er) wird in einem Atemzug mit den anderen großen Lagen der Mosel wie Brauneberg, Piesporter Goldtröpfchen, Wehlener Sonnenuhr oder Scharzhofberger genannt. Auch wurde unserem Betrieb bis heute mehrfach die Ehre zuteil, Weine aus diesem Weinberg an das englische Königshaus zu liefern.

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Presse

Vinum WeinGuide
Das wahrhaft größte Kapital des Mülheimer Weingutes liegt in den Weinbergen mit ihren Alten Reben. So wurde etwa ein Teil der Rebanlage in der Wehlener Sonnenuhr bereits im Jahr 1890 gepflanzt und ist somit gute 130 Jahre alt. Andere Parzellen sind mit 80 bis 90 Jahre alten Rebstöcken bepflanzt.
Die Bedeutung dieser großartigen Altbestände wird uns Jahr um Jahr zunehmend gewahr, auch weil Hitze und Trockenheit mehr und mehr zum Altag der Rebe im Weinberg gehören. Und da zeigt es sich später im Wein, ob sie gegen diese Unbilden der Natur gewappnet ist. Es ist einfach so, und die Probe der 2022er Weine des Gutes zeigt es beeindruckend: Die Weine aus Alten Reben haben ein viel intensiveres, differenziertes Geschmacksbild bereit und sind zudem eindeutig haltbarer. Die Lagentypik wird sogar im rest- und edelsüßen Segment perfekt abgebildet. Der Höhepunkt waren in diesem die zwei Sonnenuhr- Auslesen mit ihrem schwebenden Säurespiel, die Brauneberger Juffer-Sonnenuhr und die Wehlener Sonnenuhr. Überaus beeindruckend und völlig zu Recht in unserer Liste der Spitzenweine gelandet. (Vinum WeinGuide Deutschland 2024)

Besser war knochentrockener Mosel-Riesling womöglich noch nie. Marcus Hofschuster Wein-Plus.eu
„Wären Weine lackiert wie Autos, gäbs für Constantin Richters Sonnenuhr „Uralte Reben“ nur eine Farbe: British Racing Green. Weil das schönstes britisches Understatement ist, was der Wein da treibt. Bis man ihn freilässt…
Jahrzehnte hab ich mir gewünscht, die besten Lagen der Mosel auch in völlig trockenen Weinen erleben zu können. Nicht, weil ich ein Zuckerhasser bin, wie man mir nachzusagen pflegt. Sondern weil ich überzeugt war, dass trockene Moselweine keinen Restzucker brauchen, um erstklassig zu sein.
Inzwischen scheint es immer mehr Produzenten ähnlich zu gehen; jedes Jahr, so scheint es, werden mehr trockene Mosel-Rieslinge ganz trocken ausgebaut, auch wenn sie immer noch eher Nische sind als Trend. Die Ergebnisse sind unterschiedlich. Wo immer schon echte Substanz fehlte, weil man sich zu lange auf die helfende Süße verließ, wird das ohne Zucker eben nur noch deutlicher. Aber die Winzer lernen dazu – und der Klimawandel hilft wohl auch mit.
Seit einigen Jahren kann man Constantin Richter dabei beobachten, wie er sich zu einem echten Meister des knochentrockenen Rieslings entwickelt. Sein 24er Jahrgang ist wohl der stärkste, den ich in dieser Hinsicht bislang erlebt habe, diese Sonnenuhr einer der größten völlig trockenen Mosel-Weine überhaupt.
Dabei fängt er ganz leise an, schlank, kühl, elegant und fein, wenn auch erkennbar mit Substanz und Druck. Wie er dann aber langsam auffächert, Schicht um Schicht freilegt und an Tiefe und Energie gewinnt, dabei aber immer ganz Sonnenuhr bleibt, das ist es tatsächlich mal: das große Kino!
Das wird sicher nicht Jedem schmecken, dazu ist das zu ungewohnt, auch muss man sich dieses Erlebnis erarbeiten. Der Wein springt einen nicht an. Wer noch skeptisch ist und nicht gleich 40€ ausgeben will, der kann ja mit den „Alten Reben“ aus Graach und Brauneberg anfangen. Auch das sind schon kleine Meisterwerke – und kosten keine 20€. Aber nicht jammern, wenn Ihr auf den Geschmack kommt, und von den „Uralten Reben“ ist nix mehr da!“

Glockenklar: Max Ferdinand Richter, Pinot Noir 2023 – Manfred Klimek – Welt am Sonntag
„Der erste von zwei beachtlichen Mosel-Pinot-Noir, mit filigraner Hand und beeindruckender Klarheit gekeltert. Der Winzer exportiert davon eine Menge der verglichen mit Riesling wenigen Flaschen des Guts in die USA, wo dieser Burgunder als anständiges Glas Rotwein gerade viele teurere, einfache Burgunder aus Frankreich in der gehobenen Gastronomie ablöst. Die rote Frucht wirkt glockenklar, absolut burgundisch in der Aromatik, aber mit dieser moselanischen Leichtigkeit im Tannin, die ihn gefährlich trinkfreudig macht. Zart, präzise, unaufgeregt – ein idealer Begleiter für festliche Vorspeisen und leichte Fleischgerichte. Dieser Pinot Noir zeigt, dass Constantin Richter nicht nur Riesling perfekt zu keltern vermag, sondern Rotwein mit überraschender Feinheit denken kann. Immer mit dabei: ein lecker Stück Salze des Schieferterroirs.“

Jahrgangsberichte

Hier können Sie unsere Jahrgangsberichte im PDF Format herunterladen. Klicken Sie dazu einfach auf folgende Links:

JAHRGANGSBERICHT 2013
JAHRGANGSBERICHT 2014
JAHRGANGSBERICHT 2015
JAHRGANGSBERICHT 2016
JAHRGANGSBERICHT 2017
JAHRGANGSBERICHT 2018
JAHRGANGSBERICHT 2019
JAHRGANGSBERICHT 2020
JAHRGANGSBERICHT 2021
JAHRGANGSBERICHT 2022
JAHRGANGSBERICHT 2023
JAHRGANGSBERICHT 2024
JAHRGANGSBERICHT 2025

 

 


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