Weingut Max Ferd. Richter

Erntebericht 2019 des Weinguts Max Ferd. Richter

Was für ein Sommer! Sonnenschein von April bis November! Diesen ersten Satz unseres Ernteberichtes 2018 hätten wir beinahe unverändert übernehmen können, wenn sich in der 2. Septemberhälfte das Wetter nicht gänzlich gedreht hätte.

Das Jahr 2019 begann ähnlich wie das Jahr 2018: Einem relativ milden und feuchten Winter folgte im April eine Phase warmen, sonnigen Wetters, so dass der Austrieb zügig einsetzte. Von Spätfrösten weitestgehend verschont entwickelten sich die Reben sehr zügig und die Vollblüte setzte Anfang Juni ein, leicht vor dem langjährigen Durchschnitt. Die Monate Juni und Juli brachten ausgesprochen warme, zeitweise sehr heiße Temperaturen, die in jüngeren Anlagen zu Trockenschäden führten, wohingegen die tiefwurzelnden Reben der Ertragsanlagen ausreichend Bodenfeuchtigkeit fanden. Ergiebige Niederschläge Ende Juli und Anfang August kamen rechtzeitig genug, um einen durch die Trockenheit bedingten Entwicklungsstau zu beenden. Die Hitze forderte allerdings auch ihren Tribut. Einige Weinbergsparzellen waren massiv von Sonnenbrand betroffen, so dass junge Gescheine förmlich zu „Mumien“ eintrockneten und später bei der Lese herausgeschnitten werden mussten.

Bis zur Mitte des Monats September sorgten warme, trockene Tage und kühle Nächte für perfekte Reifebedingungen und Aromaausbildung. Alles deutete auf eine entspannte Lese hin. Die Entwicklung der Mostgewichte und Säurewerte ließ einen klassischen Riesling-Jahrgang erwarten.

Wir begannen am 20. September mit der Ernte der Trauben für Kabinettweine und feinherbe Qualitäten und hatten bereits einen Großteil dieses Ernteabschnittes abgeschlossen, rechtzeitig bevor das Wetter all unsere Planungen auf den Kopf stellte. Ende September und den ganzen Monat Oktober setzten die von vielen herbeigesehnten Niederschläge ein, jedoch für uns Winzer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Wir mussten die Trauben in den trockenen Tagesabschnitten förmlich nach Hause stehlen. Warme und feuchte Witterung ließen die Trauben rasch reifen; es stellte sich Fäulnis ein und die Erntemenge wurde durch Verdunstung zusehends kleiner. Glück im Unglück: Die Reife der Trauben führte zur Bildung von Edelfäule (Botrytis), die den Riesling Spät- und Auslesen ihren besonderen Stempel aufdrückt. In selektiver Handlese ernteten wir die ganze Bandbreite von Rebsorten-, Orts- und Prädikatsweinen bis hin zur Trockenbeerenauslese aus der Wehlener Sonnenuhr. Qualitativ sind wir mit dem Jahrgang 2019 sehr zufrieden, da der eingefangene Sonnenschein sich trotz des schwierigen Herbstes in Stil und Geschmack des neuen Jahrgangs sehr positiv wiederfinden wird. Allein die Menge liegt um 30% unter dem Vorjahresergebnis. Wir erwarten Weine von großem Reifepotential und ausgesprochen guter Lagerfähigkeit.

Derzeit stehen die Rieslinge des Jahrgangs 2018 im Focus. Wir erhielten von den einschlägigen Weinführern „Vinum“ und „GaultMillau“ herausragende Bewertungen. An der Spitze stehen die beiden Trockenbeerenauslesen aus der Brauneberger Juffer-Sonnenuhr und der Wehlener Sonnenuhr. Der „Wine Advocate“ von Robert Parker,“ MoselFineWines“ von Jean Fisch und David Rayer, der Schweizer Blogger Yves Beck und auch Marcus Hofschuster von „WeinPlus“ zählen unsere Gewächse zur absoluten Gebietsspitze, wobei letzterer besonders die trockenen „Großen Gewächse“ hervorhebt.
Diese Auszeichnungen belegen, dass unsere Bemühungen, Ihnen absolute Spitzenweine anzubieten, von der Fachpresse bestätigt und honoriert werden.

Wir wünschen Ihnen frohe Fest- und Feiertage und ein gesundes Jahr 2020!

Dr. Dirk und Constantin Richter