{"id":703,"date":"2020-11-18T10:44:34","date_gmt":"2020-11-18T09:44:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.maxferdrichter.de\/wp\/?p=703"},"modified":"2026-10-14T11:03:33","modified_gmt":"2026-10-14T09:03:33","slug":"erntebereicht-2020-des-weinguts-max-ferd-richter-ein-jahrgang-wie-keiner-zuvor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maxferdrichter.de\/wp\/?p=703","title":{"rendered":"2026 \u2013 Ein Jahrgang wie aus dem Bilderbuch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr ein Jahr! Auf ein feuchtes Fr\u00fchjahr folgte ein trockener und \u00fcberaus sonniger Sommer.<br \/>\nDie Reben trieben fr\u00fch aus und bl\u00fchten bereits Ende Mai. Ab Mitte Juni sorgte das anhaltend hei\u00dfe Wetter f\u00fcr eine rasche Entwicklung der Trauben und schlie\u00dflich f\u00fcr eine ungew\u00f6hnlich fr\u00fche Reife.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"F\u00fcr uns Winzer bedeutete dieser Witterungsverlauf vor allem eines: Die Arbeit im Weinberg war in diesem Jahr ausgesprochen entspannt. Der nasse Jahresbeginn lie\u00df zun\u00e4chst gen\u00fcgend Wasser in den B\u00f6den zur\u00fcck, gleichzeitig waren die Bedingungen f\u00fcr pilzliche Sch\u00e4dlinge im weiteren Vegetationsverlauf ausgesprochen ung\u00fcnstig; wir hatten keinerlei Probleme mit Peronospora und Oidium. Der Pflanzenschutz konnte auf das unbedingt Notwendige reduziert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der ausgesprochen hei\u00dfe Sommer \u2013 Erinnerungen an 2003 wurden wieder wach \u2013 erforderte allerdings eine Anpassung der Rebarbeiten an die sengende Hitze. W\u00e4hrend unsere alten, tiefwurzelnden Reben mit den trockenen Bedingungen erstaunlich gut zurechtkamen, mussten wir die jungen Anlagen unterst\u00fctzen. Wo der nat\u00fcrliche Wasservorrat nicht ausreichte, wurde bew\u00e4ssert, um die jungen Reben vor einem dauerhaften Trockenstress zu bewahren. Auch bei den jungen Ertragsanlagen mussten wir unterst\u00fctzend eingreifen: Um die noch nicht vollst\u00e4ndig entwickelten Rebst\u00f6cke zu entlasten, schnitten wir einen Teil der Trauben ab. Diese Ertragsregulierung (Vendange Verte) bef\u00e4higte die Reben, die verbleibenden Trauben optimal zu versorgen, so dass sich eine bemerkenswerte Reife und Konzentration entwickeln konnte, obwohl die zu erwartende Erntemenge sich damit weiter verringerte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon fr\u00fch zeichnete sich f\u00fcr den Jahrgang 2026 ein au\u00dferordentlich fr\u00fcher Lesebeginn ab. Die Ernte startete in der ersten Septemberwoche, 14 Tage eher als im Schnitt des vergangenen Jahrzehnts. Mit dem Blick auf den Kalender war das wirklich ein Novum, aus der R\u00fcckschau des Jahresverlaufs betrachtet war dieser Zeitpunkt jedoch folgerichtig: Der Weinstock hatte seine Entwicklung einfach entsprechend fr\u00fcher begonnen und abgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die trockene Witterung kam uns bis zuletzt und \u00fcber den gesamten Lesezeitraum zugute. Die Trauben<br \/>\nzeigten einen geradezu pr\u00e4chtigen Gesundheitszustand. F\u00e4ulnis oder Bodentrauben waren kein Thema.Wir konnten mit unserer Lesemannschaft die einzelnen Parzellen entspannt und in Ruhe nach Reife und Qualit\u00e4t lesen und mussten keine hektischen Entscheidungen treffen \u2013 ein durchaus nicht \u00fcblicher Vorgang, zieht man die Witterungsunbillen der Natur in Betracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Qualit\u00e4t des 2026er Jahrgangs betrifft, d\u00fcrfen wir ins Schw\u00e4rmen geraten! Die Trauben waren vollreif, aromatisch und ausgesprochen konzentriert. Sie hatten zudem eine f\u00fcr ein derart warmes und trockenes Jahr erstaunlich gute Fruchts\u00e4ure. Gerade diese Verbindung von hoher Reife, Konzentration und lebendiger S\u00e4ure l\u00e4sst sehr ausgewogene und langlebige Weine erwarten, die sich zudem durch Moselfrische und Eleganz auszeichnen werden. Ebenfalls gegeben waren die Voraussetzungen zur arbeitsintensiven Selektion edels\u00fc\u00dfer Spezialit\u00e4ten bis hin zur Trockenbeerenauslese.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Blick zur\u00fcck in die Geschichte der Moseljahrg\u00e4nge finden sich Parallelen zum Jahrgang 1947,<br \/>\ndem Jahrhundertjahrgang 1959 sowie dem ihm ebenb\u00fcrtigen Jahrgang 1976. Nach der Probe der ersten Jungweine in einigen Wochen wissen wir mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Dirk und Constantin Richter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein Jahr! Auf ein feuchtes Fr\u00fchjahr folgte ein trockener und \u00fcberaus sonniger Sommer. Die Reben trieben fr\u00fch aus und bl\u00fchten bereits Ende Mai. 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