Erntebericht 2018 des Weinguts Max Ferd. Richter

Was für ein Sommer: Sonnenschein von April bis November! Das Jahr 2018 wird uns allen in freudiger Erinnerung bleiben. Nach den milden und regennassen Monaten Dezember und Januar gab es in Februar und März einen vierwöchigen Kälteeinbruch und so etwas wie Winterstimmung, die sich aber rasch verflüchtigte und nahtlos in hochsommerliche Temperaturen im April einmündete. Die Vegetation erwachte rasch. Überall blühten Kirsch- und Apfelbäume und die Reben trieben viel versprechend aus, ganz so, als ob die Natur den Spätfrost des Vorjahres mit seinen verheerenden Folgen für Obst-, Garten- und Weinbau vergessen machen wollte.

Bereits Ende Mai hatte sich in den Weinbergen die Vollblüte eingestellt, drei Wochen früher als üblich.
Die anhaltende Trockenheit, gelegentlich von seltenen Regenfällen unterbrochen, bot bei reichlich Sonnenschein und warmen Temperaturen beste Bedingungen für ein üppiges Rebenwachstum bei geringem Schädlingsdruck. Ein perfektes Jahr! Die Trockenheit machte vor allen den Landwirten und den Binnenschiffern zu schaffen, ähnlich wie in dem Jahrhundertsommer 2003. Dessen Hitzewelle in den Hochsommermonaten Juli und August mit Temperaturen über 40° C haben wir zum Glück nicht geknackt. Die tiefwurzelnden Reben fanden ausreichend Bodenfeuchtigkeit, lediglich die jung gepflanzten Weinberge mussten bewässert werden.

Zum Erntebeginn Mitte September – ähnlich wie bereits im Jahr zuvor – waren die Trauben reif und kerngesund. Der Behang an den Rebstöcken war mehr als üppig und wir konnten uns endlich wieder über eine mengenmäßig große Ernte freuen. In aufwendiger Handlese ernteten wir die ganze Bandbreite von Rebsorten-, Orts- und Prädikatsweinen bis hin zu Trockenbeerenauslesen aus den Sonnenuhren in Brauneberg und Wehlen. Bleibt zu hoffen, dass wir das Erntejahr 2018 mit einer Eisweinlese im Mülheimer Helenenkloster abschließen können…

Der Weinjahrgang 2018 weckt zurecht bei allen Weinfreunden große Erwartungen. Soviel ist bereits klar: die Weine werden sich sehr reintönig und mit üppigen Fruchtaromen präsentieren. Aus erster Einschätzung heraus ergeben sich Parallelen zum Jahrgang 2016 und wenn wir weit genug zurückschauen auch zum Jahrgang 1964.

Derzeit stehen die Rieslinge des Jahrgangs 2017 im Zentrum des Interesses. Die kleine Ernte bescherte uns sehr dicht strukturierte und gehaltvolle Weine, die dank rassiger, gut eingebundener Fruchtsäure und hohem Mineralgehalt, eine ausgezeichnete Haltbarkeit aufweisen. Für unsere Kollektion erhielten wir von führenden Weinführern „Mosel Fine Wines“, „Vinum“ und „Gault & Millau“ herausragende Bewertungen, darunter die Siegesprämien für den besten Kabinett: 2017 Wehlener Sonnenuhr Riesling Kabinett
und den besten edelsüßen Wein: 2017 Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Riesling Trockenbeerenauslese. Letzterer erhielt mit 100 Punkten die Höchstbewertung. Diese Auszeichnungen belegen, dass unsere Bemühungen, Ihnen absolute Spitzenweine anzubieten, von der Fachpresse bestätigt und entsprechend honoriert werden.

Wir wünschen Ihnen frohe Fest- und Feiertage und ein gesundes Neues Jahr 2019.

Dr. Dirk und Constantin Richter

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